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Scharbockskraut – seit jeher eine bedeutungsvolle Wildpflanze

30. März 2017
scharbockskraut

Früher, als die Menschen noch darauf angewiesen waren von und mit der Natur zu leben, war es gar nicht so einfach seinen Vitamin C Bedarf zu decken. Vor allem Seeleute, welche monatelang unterwegs waren, litten unter Skorbut. Der Skorbut ist eine Vitaminmangelkrankheit, vor allem wenn Vitamin C fehlt. Das Scharbockskraut hat daher seinen Namen. Früher war der alte deutsche Name für diese Krankheit „Scharbock“ und daher leitet sich der Name der Pflanze ab.

Das Scharbockskraut ist das erste Pflänzchen, welches schon im zeitigen Frühjahr seine Blätter aus dem Boden hebt. Es enthält viel Vitamin C und wurde daher dankbar gegessen. Frisches, saftiges Grün nach einer langen und kargen Winterperiode. Auch heute wird es gerne in den frischen Salat oder in einen Wildkräuterquark gegeben. Die Blätter schmecken leicht scharf und ein bisschen säuerlich. Wer eine Frühjahrskur machen möchte, bei dem sollte diese vitaminhaltige Pflanze nicht fehlen. Wenn das Scharbockskraut dann anfängt, seine leuchtend gelben Blüten der Sonne entgegenzustrecken, sollte es nicht mehr gegessen werden, da es nun giftig ist. Die Blütenknospen dagegen können wir Kapern verwendet werden.

Wenn man sich die sonnengelbe Blüte mal genauer ansieht, leuchtet diese so richtig fettig. Man könnte meinen, sie ist mit Butter überzogen. Daher ist auch ein Volksname „Butterblume“. Dies sind jedoch Nektardrüsen, welche diesen Glanz hervorzaubern.

Im Mittelalter wurde das Scharbockskraut auch „Feigwurz“ genannt. Dies geht auf die Signaturenlehre zurück, denn die Wurzelknöllchen ähneln den Feigwarzen. Aus diesem Grund wurde es bei Feigwarzen und Hämorrhoiden eingesetzt. Auch gibt es die Sage vom „Getreideregen“. Das liegt an den kleinen weizenförmigen Brutknöllchen, welche sich in den Blattachseln bilden und bei Regen zusammengeschwemmt werden.

Das Scharbockskraut, Ranunculus ficaria, gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Es findet sich an feuchten und schattigen Standorten und kann von März – April gesammelt werden. Ab April erscheint dann die Blüte und für den weiteren Genuss muss bis zum nächsten Frühjahr gewartet werden. Nach der Blüte ist der Protoanemoningehalt am höchsten und die Pflanze ist nun giftig.

Inhaltsstoffe:

  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • Protoanemonin
  • Saponine
  • Gerbstoffe

Heilwirkung:

  • Frühjahrsmüdigkeit
  • Vitamin C Mangel
  • Hämorrhoiden
  • Feigwarzen
  • Hautunreinheiten
  • blutreinigend

Die Blättchen werden am Besten frisch und in nicht zu großen Mengen verzehrt. Als Tee zur Hautreinigung, Hämorrhoiden oder Waschungen. Der Saft der Wurzeln bei Warzen. Getrocknete Blätter haben übrigens ihre Giftigkeit verloren.

Eure Sarah von „Das Kräuterkörbchen“

 

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