Lippenblütengewächse | Pflanzenportraits

Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum)

9. März 2017

Diese kleine, unscheinbare Pflanze finden wir bereits ab Ende Februar/Anfang März auf Äckern, Gärten, Weinbergen oder Ödplätzen. Mit ihren kleinen, violetten Blüten begrüßt sie den Frühling und bleibt oft bis in den Herbst hinein unser Gast. Sogar im Winter kann sie noch blühen, falls dieser milder ausfällt. Wenn man sie nur flüchtig anschaut, könnte man meinen es sei eine Brennnessel. Aber keine Sorge, die Taubnessel brennt nicht und trägt die Nessel einfach nur im Namen.

Die purpurrote Taubnessel wird oft verwechselt mit der gefleckten Taubnessel. Diese hat jedoch größere Blüten und blüht erst ab April. Verwenden kann man alle drei Arten der Taubnessel auf die gleiche Art und Weise. Blüten und Blätter sind essbar und können als gekochtes Gemüse, im Salat oder einem Kräuterquark verwendet werden. Zugehörig ist sie der Familie der Lippenblütler.

Die Taubnessel wird im Volksnamen oft auch Wurmkraut genannt. In der Volksmedizin hat sie den „Wurm“ am Finger (Nagelbettentzündung) geheilt, indem man sie als Breiumschlag aufgelegt hatte. Auch wurde sie gegen den „weißen Fluß“ der Frauen, bei Lungenkrankheiten, Blutarmut, fauligen Wunden und Hautunreinheiten eingesetzt. Heute spielte die Taubnessel in der Heilkunde kaum noch eine Rolle. Vielleicht sollte man dieser Heilpflanze wieder mehr beachten.

Inhaltsstoffe:

  • Saponine
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe
  • ätherisches Öl
  • Flavonglykoside

Heilwirkung:

  • belebend
  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • blutstillend
  • verdauungsfördernd
  • harntreibend
  • schleimhautschützend

Anwendungsgebiete:

  • Zum Schleimlösen bei Schnupfen und Husten
  • Magen-Darm-Problemen
  • Fieber
  • Hautschwellungen
  • Nagelbettentzündungen
  • Weißfluss
  • Menstruationsprobleme
  • Wechseljahrbeschwerden
  • Ekzeme
  • schlecht heilende Wunden

Man kann die Taubnessel entweder innerlich als Tee oder äußerlich in Form eines Umschlages anwenden. Auch Sitzbäder sind durchaus angebracht.

Die jungen Blätter und Triebspitzen lassen sich hervorragend in der Küche verwenden. Als Beigabe zum Salat, als Beigabe zur Gemüsepfanne oder eines Auflaufs, als eigenständiges spinatähnliches Gemüse, im Quark oder im Kräuterbutter. Die Blüten, welchen zuckersüßen Nektar enthalten, können ebenfalls über der den Salat oder ein Dessert gegeben werden.

Ebenso ist sie eine wichtige Nahrungsquelle für unsere Bienen und Hummeln, die sich an dem süßen Nektar laben.

Sammelt ihr die Taubnessel um die Blätter und Blüten für einen Tee zu trocken?

Eure Sarah von „Das Kräuterkörbchen“

 

 

 

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