Aronstabgewächse | Pflanzenportraits

Gefleckter Aronstab – Aphrodisiakum für Männer

15. Mai 2017
Aronstab

Der gefleckte Aronstab ist eine gefürchtete Wildpflanze, gerade wenn man am Bärlauchpflücken ist. Oftmals sind die Bestände mit Bärlauch und Aronstab vermischt, so dass man schon genau hinschauen sollte um nicht das falsche Blatt in der Bärlauchbutter zu haben.

Der Aronstab besitzt in seinen Blättern kristallartige Nadeln, welche die Schleimhäute zerschneiden.

Schon winzige Mengen reichen aus, um ein starkes Brennen im Mundraum auszulösen. Auch die Zunge und die Lippen schwellen an und ein Erstickungsgefühl mit Panikattacken treten auf. Die ganze Pflanze, einschließlich der Wurzeln und Beeren, ist giftig. Hauptsächlich ist das Aroin für die Giftigkeit im Aronstab verantwortlich.

Aber der Aronstab ist auch eine sehr interessante Pflanze. Der Blütenstand des Aronstabs ist gelblich-grün und ist wie ein Kessel geformt. Die Blüte riecht sehr streng nach Aas und lockt somit Mücken an, die dann in den Kessel fallen. Im inneren der Blüte befindet sich ein Haarkranz, welche die Mücke am Wegfliegen hindert. In dem Versuch, wieder in die Freiheit zu gelangen, bestäubt das Insekt die Pflanze und wird gleichzeitig von einem Sekret ernährt. Am nächsten Tag stirbt der Haarkranz ab und die Mücke kann ungehindert wegfliegen. Und so sichert sich das Gewächs seine Fortpflanzung.

Unsere Vorfahren waren etwas mutiger. Die alten Kräuterärzte verwendeten den Aronstab bei Lungen- und Brustleiden, bei Frauenkrankheiten, Wundheilmittel, Ohrenschmerzen, Schwindsucht und Magenbeschwerden. In der Volksmedizin galt er sogar als hautverschönerndes Mittel und aus allen Pflanzenteilen wurde ein Sud angesetzt. Dieses Gesichtswasser macht angeblich die Haut rein und ließ sogar Falten verschwinden.

Gepflückt am Himmelfahrtstag diente der Aronstab als Aphrodisiakum für Männer, was sicherlich seiner auffälligen Blütenform zuzuordnen ist. In der Gegend um Frankfurt am Main wurde regelmäßig am Himmelfahrtsmorgen nach ihm gesucht. Später entwickelte sich dies sogar zu einem Volksfest, welches immer am Dienstag nach Pfingsten statt fand.

Heute wird der Aronstab wegen seiner starken Giftigkeit in der Volksheilkunde nicht mehr genutzt. Nur noch in der Homöopathie und von einer Selbstmedikation ist auch dringend abzuraten.

Gefleckter Aronstab

  • Arum macalatum
  • Aronstabgewächs
  • Blüte von April – Juni
  • Höhe bis 40 cm
  • in Laubwäldern und Gebüschen
  • Verwechslung: Bärlauch

Inhaltsstoffe:

  • Aroin
  • Blausäureglykoside
  • Coniin
  • Scharfstoffe

Auch wenn der Aronstab heute nicht mehr in der Volksheilkunde genutzt wird und auch nichts davon essbar ist, so hat er doch seinen Platz in der Natur verdient. Er belohnt uns mit seiner wunderschönen Blüte und ist auch bestimmt für viele Insekten ein interessanter Zeitgenosse. Nur beim Bärlauchsammeln sollte man wirklich sehr vorsichtig sein. Wie hier schon einmal beschrieben, sollte man immer mit Bedacht und sorgsam sammeln, dann passieren bestimmt keine Unfälle.

Eure Sarah von „Das Kräuterkörbchen“

***Bildnachweis: Fotolia 27651198***

 

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