Allgemeines | Kreuzblütengewächs | Pflanzenportraits

Die Knoblauchrauke – ein schmackhafter Knoblauchersatz

18. April 2017
knoblauchrauke

Gerade jetzt im Frühjahr, am besten vor der Blüte, ist die Knoblauchrauke am geschmackvollsten. Ihre stark geäderten Blätter riechen und schmecken stark nach Knoblauch. Das könnt ihr am besten im zerriebenen Zustand in der warmen Hand riechen. Obwohl ihr lateinischer Name Alliaria petiolata darauf schließen lässt, dass Knoblauchrauke mit dem Knoblauch (Allium sativum) verwandt ist, habe beide nichts miteinander zu tun.

Die Knoblauchrauke ist ein Kreuzblütengewächs und ist mit der Gartenkresse / Brunnenkresse verwandt.

Über die Verwendung im Mittelalter findet man nicht sehr viel. Jedoch wurde die Knoblauchrauke von der ärmeren Bevölkerung gerne als Gewürz genutzt, da diese sich die teuren Gewürze nicht leisten konnten. Sie war das „Salz in der Suppe“. Der Kräutergelehrte Gerard empfahl die Pflanze gegen Nierensteine, Koliken und Magenwinde. Dafür hat man die Samen aufgekocht und im Wein ziehen lassen. Nun, das war bestimmt eine sehr mühselige Arbeit, denn die Samen sind sehr klein. Diese kann man übrigens auch als Ersatz für Senfkörner benutzen und daraus entweder Senf machen oder als Würze in eingelegtes Gemüse oder Salat beigeben.

Grundsätzlich sollte man die Blätter der Knoblauchrauke nur frisch verwenden, da sie im getrockneten Zustand sehr schnell an Duft und Geschmack verliert.

Inhaltsstoffe:

  • Senfölglykoside
  • Saponine
  • ätherische Öle
  • Sinigrin
  • Karotin
  • Mineralstoffe
  • Zuckerstoffe
  • Glucotropaeolin
  • Vitamin A, C

Heilwirkung:

  • antibakteriell
  • keimtötend
  • verdauungsfördernd
  • harntreibend
  • blutreinigend
  • schmerzstillend

Anwendungsgebiete in der Volksheilkunde:

  • Atemwegserkrankungen
  • Asthma
  • Halsschmerzen
  • eiternde Wunden
  • Insektenstiche

Hauptsächlich wird die Pflanze frisch genossen. Jedoch kann die Knoblauchrauke äußerlich auch als Breiumschlag angewendet werden. In der Küche werden die Blätter und die jungen Triebe von April – Juni genutzt. Kleingeschnitten als Gewürz, auf ein Butterbrot, in Salaten oder Gemüsegerichten, in Suppen, in Kräuterbutter oder Kräuterquark. Auch ein Pesto ist sehr schmackhaft. Die Blüten verwendet man von Mai bis Juni als essbare Dekoration oder verarbeitet wie die Blätter. Die reifen Samen können wie Senfkörner verwendet werden.

Ihr findet die Pflanze vor allem im Halbschatten auf nährstoffreichen und feuchten Böden. Die Knoblauchrauke ist wieder ein Wildkraut, welches unserem Organismus zugeführt werden sollte. Die Vielfalt der Wildkräuter wirkt sich positiv auf unseren Organismus aus und stärkt die Abwehrkräfte.

Wenn ihr die Knoblauchrauke in eurem Garten aussäen wollt, dann sammelt einfach ein paar ausgereifte Samen und verteilt diese an einem halbschattigen Plätzchen. Sie samt sich zuverlässig immer wieder neu aus.

Eure Sarah von „Das Kräuterkörbchen“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.