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Der Löwenzahn – eines der Krötenkräuter

16. April 2017
löwenzahn

An schönen und sonnigen Tagen sehen unsere Wiesen gerade wunderschön aus. Lauter gelbe Farbtupfer im satten, frischen grün der Wiese. Der Löwenzahn ist erblüht und man könnte meinen, dass tausend strahlende Sonnen unsere Landschaften prägen. Für einige ist er Unkraut, da er doch in Massen vertreten. Ich erfreue mich an der Blütenpracht und werde sicher noch das eine oder andere schmackhafte Gericht daraus zaubern.

Der Löwenzahn war seit jeher eine beliebte Orakelpflanze.

Im Mittelalter zählte er zu den Krötenkräuter. Das rührt daher, dass die Menschen früher glaubten, die Kröte sei dafür verantwortlich, wenn eine Frau eine Missgeburt zur Welt brachte. Daher sollten die Frauen entweder Krötenbilder in der Kirche opfern oder Krötenkräuter sammeln. Zu diesen zählte der Löwenzahn, welcher ihm auch den Namen Krötenbusch einbrachte. Aber auch wenn er sich versamt hatte und seine zarten Fruchtstände bereit zum Fliegen waren, hat man ihn gerne zum Orakeln benutzt. Einmal kräftig gepustet und die stehengebliebenen Früchte abgezählt. So konnte vorhergesagt werden, wie lange man noch zum Leben hat, wieviele Jahre es noch bis zur Hochzeit dauert, oder gar wieviel Uhr es ist. Auch fragten sich die Kinder, ob man in den Himmel oder die Hölle kommt. Das konnte man am Blütenboden ablesen, der entweder schwarz oder weiß war. Sicherlich kennt ihr auch den Namen „Bettsaicher“ oder „Bettpisser“. Das rührt daher, dass man durch den Genuss des Löwenzahn die Bettnässer davon abhalten wollte, ins Bett zu machen. Schon komisch, wo man doch heute weiß, dass der Löwenzahn stark harntreibend ist.

Man glaubte auch, dass sich mit dem weißen Milchsaft Warzen vertreiben ließen. Dafür musste man am dritten Tag des abnehmenden Mondes die Warzen mit dem Milchsaft bestreichen. Auch den Kühen gab man den Löwenzahn zum Fressen, damit die von Hexen geraubte Milch wiederkommt.

Heute wissen wir, dass der Löwenzahn enorme Heilkräfte besitzt und auch ein schmackhafter Begleiter in der Küche ist.

Inhaltsstoffe:

  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Cholin
  • Inulin
  • Vitamin C
  • Flavonoide
  • Cumarine
  • Schleimstoffe
  • Kalium
  • Eiweiß
  • Magnesium
  • Phosphor

Heilwirkung:

  • harntreibend
  • blutreinigend
  • blutbildend
  • kräftigend
  • gallebildend
  • gallenflussfördernd
  • nierenanregend
  • leberstärkend
  • stoffwechselanregend
  • antirheumatisch
  • abführend

Anwendungsgebiete in der Volksheilkunde:

  • Gallenleiden
  • Leberbeschwerden
  • Gicht
  • rheumatische Erkrankungen
  • Blutreinigung
  • Verdauungsbeschwerden
  • Abführmittel
  • Ekzeme
  • Hauterkrankungen
  • Warzen
  • Magenbeschwerden
  • Gelbsucht
  • Wassersucht
  • Augenkrankheiten

Verwendet werden in der Volksmedizin die Blätter, Blüten und Wurzeln des Löwenzahns. Entweder als Tee oder Tinktur. In der Küche dagegen finden vor allem die jungen und frischen Blätter ihre Verwendung. Man kann sie in den Salat geben, über Suppen, in Quark oder Butter, auf Kartoffeln oder einfach klein geschnitten aufs Brot. Die Löwenzahnblüten werden vor allem zur Herstellung von Gelee, Sirup oder Wein benutzt. Aber auch verbacken in einem Kuchen sind sie sehr lecker. Die Knospen des Löwenzahns lassen sich wie Kapern einlegen oder als gebratenes Gemüse. Die Wurzeln lassen sich getrocknet und gemahlen als Kaffeeersatz verwenden. Eurer Phantasie sind das sicherlich keine Grenzen gesetzt.

Der Löwenzahn öffnet eine sonnengelben Blüten nur, wenn das Wetter schön ist. Hättet ihr es gewusst?

Eure Sarah von „Das Kräuterkörbchen“

 

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