Allgemeines | Lippenblütengewächse | Pflanzenportraits

Der Gundermann – eine alte germanische Zauberpflanze

12. April 2017
gundermann

Sicherlich habt ihr den kleinen, zarten Gundermann auch schon entdeckt. Von April bis Juni zeigt er sich von seiner schönsten Seite. Zarte, lila Blüten erscheinen zwischen den Blättchen und machen so auf ihn aufmerksam.

Bei den Germanen zählte der Gundermann zu den wichtigsten Heilpflanzen. Vor allem der „Milchzauber“ wurde häufig praktiziert. Er galt als milchbildend und wurde dem Vieh unter das Futter gemischt. Wenn eine Kuh mal weniger Milch gab, so musste man ein Kränzlein mit der Gundelrebe binden, durch welches dann die Kuh gemolken wurde. Später, im Mittelalter, war er eine wichtige Pflanze gegen Hexen und Krankheiten. Die Kühe sollte er vor dem Behexen schützen und die Menschen trugen einen Kranz aus Gundermann auf dem Kopf, damit sie die Hexen erkennen können.

Die heilige Hildegard schätzte den Gundermann bei Geburten. Er wurde auf Rücken und Schenkel aufgelegt, um so die Geburt zu erleichtern. Matthiolus, ein Arzt und Botaniker aus dem 16. Jahrhundert, empfahl ihn den Schwindsüchtigen und denen, welche „Eyter auf der Brust haben“. Kein Wunder, so war das alte Wort für Eiter „Gund“ und wohl namensgebend für den Gundermann.

Heute brauchen wir den Gundermann nicht mehr als Zauberpflanze gegen Hexen oder Hexerei. Er ist fast schon in Vergessenheit geraten, dabei kann er der Heilkunde so einiges bieten.

Inhaltsstoffe:

  • Gerbstoffe
  • ätherisches Öl
  • Bitterstoffe
  • Cholin
  • Vitamin C
  • Kalium
  • Saponine

Heilwirkung:

  • entzündungshemmend
  • zusammenziehend
  • stoffwechselfördernd
  • ausleitend
  • appetitanregend
  • schleimlösend

Anwendungsgebiete in der Volksheilkunde:

  • Magen- und Darmkatarrhen
  • Blasenleiden
  • Leberbeschwerden
  • grippalen Infekten
  • bei eiternden und schlecht heilenden Wunden
  • leichte Brandverletzungen
  • chronischer Husten
  • Halsschmerzen

Der Gundermann wird in der Heilkunde vorwiegend als frischer Tee oder Frischsaft eingesetzt. Auch in Öl ausgezogen wird er zur Wundbehandlung oder zur Hautpflege benutzt.

Blätter und Triebspitzen können von März bis Juni in der Küche verwendet werden. Sie können zum Würzen von Salaten, Suppen, Eierspeisen, Käse, Butter, Quark oder Eintöpfen Verwendung finden. Die Blüten, welche man von April bis Juni findet, sind eine dekorative Zugabe zu Salaten, Aufstrichen oder zum Aromatisieren für Gemüse, Essig und Öl.

Ihr seht, es gibt viele Gründe die Gundelrebe im Garten stehen zu lassen. Mitunter ist sie auch eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Eure Sarah von „Das Kräuterkörbchen“

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.