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Der gewöhnliche Klappertopf – ein Halbschmarotzer

19. Mai 2017
klappertopf

Ein eher unscheinbarer Genosse auf unseren Wiesen ist der gewöhnliche Klappertopf. Seine Blüten sind zartgelb, die Blütenkelche zartgrün, so dass er nicht so deutlich ins Auge springt. Allerdings muss man ihn teilweise auch schon suchen, da er nur auf mageren Wiesen vorkommt. Im Norden ist er gar nicht vertreten, da er warme Standorte bevorzugt.

Der Klappertopf ist ein Halbschmarotzer. Mit seinen kleinen Saugwurzeln entzieht er Süßgräsern und Getreidesorten Nährstoffe und Wasser. Die Wuchskraft der Gräser ist damit geschwächt und sie sterben ab. Mit seiner Hilfe kann man also aus Wiesen, welche kaum mit einer Artenvielfalt gesegnet sind, wieder zu bunt blühenden Wildwiesen umgestalten. Allerdings ist er für die Landwirtschaft, welche hauptsächlich Futter braucht, ein Ärgernis. Er dezimiert die Gräser und liefert eine geringere Ernte.  Der Klappertopf ist leicht giftig und solange er frisch auf der Wiese steht, meiden ihn die Tiere. Getrocknet im Heu verliert er seine Giftigkeit.

Aus Sicht des Naturschutzes wiederum ist der Halbschmarotzer wertvoll und sollte sich auch Versamen dürfen. Der Klappertopf ist eine wertvolle Hummel- und Bienenpflanze und trägt zur Artenvielfalt bei. Ihr seht, wie in so vielen Bereichen, liegt hier ein Interessenkonflikt vor. Auch gibt es sogenannte FFH (F-Fauna F-Flora H-Habiate) Gebiete, welche auch subventioniert werden. Ziel dieser FFH-Richtilinie ist es, die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der biologischen Vielfalt. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich für Baden-Württemberg gerne hier informieren.

Wenn im Sommer die Samenkapseln gebildet sind und man an diesen schüttelt, dann klappern diese. Daher kommt der deutsche Name für dieses Sommerwurzgewächs. Vor allem kleine Kinder haben eine riesen Freude an der Naturklapper!

Volksheilkundlich wird diese Wildpflanze kaum genutzt. Manchmal wurde er als Teekompresse bei einer Bindehautentzündung eingesetzt. Auch bei trockenem Husten oder Asthma wurde er verwendet. Heute spielt er in der Volksmedizin gar keine Rolle mehr.

Gewöhnlicher Klappertopf

  • Rhinanthus alectorolophus
  • Sommerwurzgewächs
  • Blüte von Mai – August
  • Höhe bis 40 cm
  • auf Wiesen, sandig-lehmiger Boden, volle Sonne
  • Verwechslung: Grannen-Klappertopf, Kleiner Klappertopf

Inhaltsstoffe:

  • Aucubin
  • Bitterstoffe

Auch wenn der Klappertopf für uns Menschen nicht genießbar ist und auch keine Anwendung mehr in der Volksheilkunde findet, so trägt er doch zur Artenvielfalt in Europa bei.

Eure Sarah von „Das Kräuterkörbchen“

 

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