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Das Immenblatt – nur noch selten zu finden

3. Mai 2017
immenblatt

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Immenblatt in der Natur noch gar nie gesehen habe. Die Pflanze mag kalkhaltige, stickstoffarme und steinige Böden, warme und sonnige Standorte. Die Lippenblüten der Immenblatt sind auffällig groß, da können sich Familienmitglieder wie der Gundermann oder die Taubnessel dahinter verstecken.

Das Immenblatt blüht von Mai – Juni und ist eine begehrte Hummelpflanze.

Wenn Bestäuber an den leckeren Nektar wollen, dann müssen sie sich ganz schön anstrengen. Ihr Rüssel muss lang sein, so dass nur langrüsselige Hummeln und Schmetterlinge an den Nektar kommen. Doch die Natur ist ja intelligent! Kurzrüsselige Hummeln beißen seitlich ein Loch in die Röhre und kommen so auch an den begehrten Saft. Nur die Bestäubung, die klappt so nicht. Dafür können jetzt auch die Honigbienen durch das Loch an den Nektar gelangen.

Dadurch, dass das Immenblatt in freier Natur kaum noch zu finden ist, steht es natürlich unter Naturschutz. Ich habe mir deshalb die Heilpflanze in den Garten geholt. Gefunden habe ich sie in der Staudengärtnerei Gaißmayer, die sicherlich viele von euch kennen.

Die Bienensaug, wie die Pflanze auch genannt wird, enthält Cumarin, ätherische Öle, Harze und Gerbstoffe. Es wirkt antiseptisch, harntreibend, menstruationstreibend, zusammenziehend, beruhigend, blutreinigend und wundheilend. Gesammelt werden vom Immenblatt die Triebspitzen und können frisch oder getrocknet als Tee zubereitet werden. Hauptsächlich wird der Tee bei Schlaflosigkeit , Krämpfen während der Menstruation, das Ausbleiben der Regelblutung und zur Harnvermehrung eingesetzt.

Natürlich könnt ihr auch die Blätter und Blüten in der Küche verwenden. Nur nicht zu viele Blätter, da diese leicht bitter schmecken.

Habt ihr das Immenblatt auch in eurem Garten? Oder habt ihr es schon in der freien Natur entdeckt?

Eure Sarah von „Das Kräuterkörbchen“

 

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