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Beinwell – der Knochenheiler

25. April 2017
beinwell

Der Beinwell, ein Tummelplatz für Hummeln und Bienen. Vor allem wenn er voll in seiner Blüte steht ist bei ihm immer was los. Von morgens bis abends hat er Besuch – kein Wunder, denn sein süßer Nektar lockt die Insekten in Scharen an. Der Beinwell hat somit nicht nur für die Volksmedizin einen hohen Nutzen, sondern er ist auch eine wichtige Bienenpflanze. Ein Grund mehr, sich diesen in den Garten zu holen.

Schon seit dem 1. Jahrhundert nach Christus wird der Beinwell als Heilpflanze sehr geschätzt. Dioskurides, ein berühmter Arzt aus dem 1. Jahrhundert, lobte den Beinwell schon in seiner Kräuterkunde. Eingesetzt wurde er hauptsächlich bei Knochenbrüchen, Wunden und Verletzungen. Edgar Allen, ein bekannter Forscher aus Amerika, nannte ihn sogar „die Arnika der Knochen und der Knochenhaut, des derben Gewebes, der Narben und Fasern“. Er lebte von 1892-1943 und somit sind seine Forschungen gar nicht so verstaubt.

Schon der Name Beinwell sagt uns, für was dieses Raublattgewächs am besten verwendet wird. „Bein“ steht für Knochen und „well“ = „wall“ und bedeutet zuwachsen. Wohl deshalb ist er auch unter dem Namen „Wallwurz“ bekannt.

Doch was macht den Beinwell so kostbar? In seinen Wurzeln steckt neben Kieselsäure vor allem Allantoin. Allantoin ist ein Stoff, welche auch bei Maden enthalten ist. Maden werden heute ja auch oft medizinisch bei schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Es kann Wunden reinigen, das Wundwachstum und die Bildung von Kallus anregen. Kallus ist der Knochen, welcher sich bei Knochenbrüchen bildet.

Lange Zeit wurde der Beinwell auch in der Küche verwendet. In Salaten oder als Gemüse, die Blätter oftmals als Blattrouladen oder gar in Teig ausgebacken. Heute wird zur Vorsicht geraten da man nun weiß, dass der Beinwell Pyrrolizidinalkaloide enthält, welche sich schädlich auf die Leber auswirken können. Deshalb sollte jeder für sich selber abwägen, ob und wieviel er von dieser Wildpflanze konsumiert. Aber wie überall gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift!

Der Beinwell

  • Symphytum officinale
  • Raublattgewächs
  • Blüte von Mai – Juli
  • Höhe 30 – 100 cm
  • an Ufern, Wegrändern, nasse Wiesen, Gräben, Auenwälder
  • Verwechslungsgefahr: Fingerhut

Inhaltsstoffe:

  • Allantoin
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe
  • Stärke
  • Triterpene
  • Asparagin
  • Phytosterole
  • Pyrrolizidine

Heilwirkung:

  • adstringierend
  • wundheilend
  • schmerzstillend
  • blutreinigend
  • blutstillend
  • entzündungshemmend
  • kühlend

Anwendungsgebiete in der Volksheilkunde:

  • Gelenkbeschwerden
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Gicht
  • Prellungen
  • Blutergüsse
  • Knochenbrüche
  • Venenentzündungen
  • Drüsenschwellungen
  • Brustdrüsenentzündungen
  • Unterschenkelgeschwüre
  • Nagelbettentzündungen
  • Narbenschmerzen

 

Die Anwendung des Beinwell bzw. der Beinwellwurzel kann als Salbe oder als Breiumschlag erfolgen. Die Wurzel wird von September bis März ausgegraben, gereinigt, geschnitten und getrocknet. In Apotheken können die PA-freien Wurzelstücke erworben werden.

Gerichte mit Beinwellblättern sind ja selbst heute noch in aktuellen Zeitschriften und Büchern aufgeführt. Kocht ihr das eine oder andere Gericht mit Beinwell oder lasst ihr lieber die Finger weg?

Eure Sarah von „Das Kräuterkörbchen“

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