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Bärlauch eine schmackhafte Heilpflanze

24. März 2017
bärlauch

Jetzt ist wieder Bärlauchzeit und damit beginnt das große Sammeln. Wie eine Speerspitze schiebt sich der Bärlauch, botanisch Allium ursinum, durch das Laub um danach seine Blätter zu entrollen und als einzelnes, gestiehltes Blatt uns mit seiner Heilkraft und seinem Duft zu erfreuen. Auch ich liebe den Bärlauch und obwohl ich direkt am Wald wohne, haben wir nur ganz wenige Stellen wo dieser wächst. Daher habe ich mir dieses Lauchgewächs auch in den Garten geholt, wo er jedes Jahr mehr wird.

Bevor ich jedoch auf den Bärlauch näher eingehe möchte ich noch vor seinen giftigen Doppelgängern warnen. Verwechselt werden kann der Bärlauch nämlich mit dem giftigen Aronstab, dem giftigen Maiglöckchen und der giftigen Herbstzeitlose. Gerade bei der Herbstzeitlose reichen 1 – 2 Blätter aus um daran zu sterben. Das Schlimme ist, dass der Tod schleichend kommt. Erst Tage später bemerkt man ein Unwohlsein und schiebt dies eher auf das Wetter, den Kreislauf oder dergleichen. Man bringt nie den Verzehr von „Bärlauch“ damit in Verbindung, da die Mahlzeit schon ein paar Tage zurückliegt. Das Gift der Herbstzeitlose zerstört vor allem die Zellen der Leber, fast schon so als ob man sich von innen auflöst. Ein Gegengift gibt es leider nicht! Natürlich denkt ihr, dass der Bärlauch doch im Wald und die Herbstzeitlose auf der Wiese wächst. Das ist so schon richtig, doch die Pflanzen wandern immer weiter und es passiert nicht selten, dass sich beide vermischen. Deshalb die Blätter immer einzeln ernten, genau anschauen und wer sich nicht auskennt, lieber mal auf eine Kräuterführung mitgehen.

Hier noch ein kleiner Tipp von mir: Der Bärlauch ist die einzige dieser vier Pflanzen, welche auf der Rückseite eine starke Mittelrippe aufzeigt. Knickt man das Blatt nach vorne, so knackt diese Blattrippe. Im Zweifel habt ihr hier auf jeden Fall ein weiteres Erkennungsmerkmal.

Der Bärlauch gehört mit zu den ältesten Heilpflanzen.

Seine Wirkung war schon den Germane und Kelten bekannt und selbst die Römer waren im wohlgesonnen. Auch Kräuterpfarrer Künzle wusste um seine Wirkung.

Inhaltsstoffe:

  • Vitamin C
  • Mineralstoffe
  • Alliine
  • Allicin
  • Flavonoide
  • Saponine
  • Polysaccharide
  • ätherisches Öl
  • Schleimstoffe
  • Zucker

Heilwirkung:

  • antibakteriell
  • blutdrucksenkend
  • cholesterinsenkend
  • blutreinigend
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • schleimlösend
  • Stoffwechselanregend
  • stärkend

Anwendungsgebiete in der Volksheilkunde:

  • bei Magen- und Darmstörungen
  • um den Blutdruck zu senken
  • hoher Cholesterinspiegel
  • Durchblutungsstörungen
  • Frühjahrsmüdigkeit
  • vorbeugend gegen Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Blutreinigung
  • Würmer
  • Hautleiden

Man verwendet den Bärlauch so frisch wie möglich und erntet die Blätter vor der Blüte. Auch als Tee kann er getrunken werden, jedoch ist dieser dann wegen des Knoblauchgeschmackst nicht sehr schmackhaft. Daher lieber frisch geschnitten aufs Brot, in den Quark, in die Suppe, als Pesto, oder wo auch immer er euch schmeckt.

Lasst es euch schmecken und bitte schaut genau, welche Wildkräuter bei euch im Körbchen landen.

Eure Sarah von „Das Kräuterkörbchen“

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